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Segelsport ist ein Vergnügen, das fast ausschließlich von den herrschenden und kommenden Wetterbedingungen abhängt. Natürlich spielen Schiff, Mannschaft, Regeln und Verkehr eine wichtige Rolle, ohne Wind im richtigen Maß, einem beherrschbaren Seegang und zuverlässigen Wetter-Prognosen ist das alles nichts Wert. Ich habe im Folgenden mal ein paar gute Seiten aufgelistet, die das bieten was der Segler braucht.

Wetter

Die zentrale Frage die uns Segler fortlaufend beschäftigt ist "Wann weht wo welcher Wind". Der Wind ist Motor und Gefahrenquelle zugleich: Ohne geht es nicht und zu viel ist Gift. Daran merkt man gleich, die Bewegung in unserer Atmosphäre ist Dreh- und Angelpunkt des Segelns. Die physikalischen Faktoren, die das Wettergeschehen bestimmen, sind Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Je nach dem welche Bedingungen zusammenkommen entsteht so ein oder so ein Wetter, daraus entstehen trockene, sonnige Wetterlagen, aber eben auch Situationen oder Phasen mit Sturm, Hagel und Nebel. Dieser Artikel klärt die grundlegendsten Fachbegriffe und zeigt Zusammenhänge auf, die für uns wichtig sind. Zudem habe ich unten eine kleine Link-Liste zusammengestellt, die zu interessanten und allgemein anerkannten Vorhersageseiten führen.

 

Wetterprognosen

Grundsätzlich wird zwischen den Begriffen Wetter und Klima unterschieden: Wetter ist der augenblickliche Zustand der Atmosphäre, Klima das meteorologische Mittel für eine Region oder einen Ort. Klimadaten werden also über einen langen Zeitraum erfasst, gesammelt und ausgewertet, während die Wettervorhersage sich ausschließlich an den aktuellen Daten orientiert. Die Vorhersage-Genauigkeit liegt derzeit bei einem Wert von 90%, je nach Region kann das Wetter aber auch schwer vorauszusagen sein. Um das Wetter vorhersagen zu können braucht es die weltweite Erfassung vieler Wetterdaten, die zusammengetragen werden und aus denen das künftige Wetter errechnet wird. Dabei gilt: Die Vorhersage-Wahrscheinlichkeit sinkt mit der zeitlichen Entfernung vom jetzigen Augenblick. Zuverlässige Vorausschauen gibt es für Stunden, bestenfalls für drei Tage, alles was darüber hinausgeht ist leider nur noch mäßig genau, ab zwei Wochen mündet es dann in Kaffeesatz-Leserei.

 

Wettergrößen

Wie oben bereits erwähnt entsteht das augenblickliche Wetter auf Grund von 3 physikalischen Größen: Der Lufttemperatur, der Luftfeuchtigkeit und dem Luftdruck. Schauen wir uns diese drei Größen im Einzelnen an.

Lufttemperatur

Die Lufttemperatur ist im Grunde nichts anderes als ein Indikator für den Gehalt der Luftmasse an Energie: Warme Luft beinhaltet viel Energie, kalte Luft hingegen wenig. Was man über verschiedene Luftmassen unterschiedlicher Temperatur wissen sollte ist, dass Warme Luft nach oben steigt, während kalte Luft absinkt. Das liegt an der Dichte der Luft: 1m³ - das ist ein Würfel mit einem Meter Kantenlänge - warme Luft (25°C) enthält deutlich weniger Luftteilchen als 1m³ kalte Luft (5°C). Ein Heißluftballon steigt aus genau diesem Grund: Die Luft im Innern der Ballonhülle ist deutlich leichter als die Umgebungsluft. Sie beginnt zu steigen und nimmt die Hülle samt Korb und Passagiere mit nach oben. Weil die Luft im Innern der Hülle mit der Zeit abkühlt muss nachgeheizt werden, damit bleibt der Temperaturunterschied erhalten und der Ballon verliert nicht an Höhe. Dieses physikalische Prinzip sorgt für vertikale Luftbewegungen, man nennt diese Thermik.

Luftfeuchtigkeit

Nun enthält Luft neben einer bestimmten Menge an Energie auch ein gewisses Maß an Feuchtigkeit. Bleiben wir bei unserer Vorstellung des 1m³-Würfels: In diesem Hohlmaß kann, in Abhängigkeit von der Temperatur, eine ganz bestimmte Menge Wasserdampf (also unsichtbares Gas) gelöst sein. Wird die Temperatur der Luftmasse abgesenkt, dann verliert die Luft an Fähigkeit diese Feuchtigkeit zu speichern. Kalte Luft kann demzufolge weniger Wasser aufnehmen als warme Luft. Nehmen wir an ein Gefäß mit feuchter Luft wird abgekühlt, dann bleibt die absolute Menge an Feuchtigkeit erhalten (2kg Wasser bleiben 2kg Wasser), was sich aber ändert ist die Fähigkeit der Luft diese Menge zu speichern. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt und erreicht irgendwann 100%, das ist genau der Moment in dem sich Wassertröpfchen bilden, Nebel entsteht. Je weiter die Luft abgekühlt wird, desto mehr Wasser kondensiert, der Nebel fällt aus und es regnet. So entsteht Niederschlag.

Luftdruck

Die dritte Wettergröße ist der Luftdruck, er entsteht durch das Gewicht der Luftmasse. Ein Kubikmeter Luft enthält zahlreiche Moleküle: Stickstoff, Sauerstoff, Edelgase, usw.. Die Masse all dieser Teilchen beträgt für diesen Würfel (1m x 1m x 1m) beträgt rund 1,2kg. Bei einer Höhe der Lufthülle unseres Planeten, die nach oben immer dünner wird, kommen pro m² Erdoberfläche auf Meereshöhe rund 10t zusammen. Der Luftdruck wird in hPa (Hekto-Pascal) angegeben und beträgt im Mittel auf Meereshöhe ungefähr 1013hPa. Der Luftdruck nimmt mit der Höhe ab, was klar ist, denn mit jedem Meter, den wir steigen, nimmt die Menge der Luftteilchen über uns ab. Auf 5.500m Höhe ist es etwas nur noch die Hälfte der Masse, somit halbiert sich auch der Druck. Meteorologen brauchen aber für Ihre Berechnungen nicht die Angabe des Höhendrucks, sondern die Größe des Luftdrucks auf Meereshöhe (NN = Normal Null). Sie berechnen also welche Menge Luft unter dem Quadratmeter auf 5.500m Höhe sie stehen noch Platz hätte und zählen diese Menge einfach dazu. Übrigens, auch der Luftdruck kann die Wasser-Speicherfähigkeit der Luft verändern: Je höher der Druck, desto mehr Wasserdampf kann gespeichert werden. Deshalb lösen sich bei Druckerhöhung (Entstehung eines Hcchdruckgebietes) Wolken (bestehend aus Wasserdampf) auf !

 

Hoch- und Tiefdruckgebiete

Auf unserem Planeten gibt es ein Gebiet, das fast das ganze Jahr hindurch senkrecht von oben kommende Sonnenstrahlung (Energie durch Wärmestrahlung) - die Rede ist von den Tropen rund um den Äquator. Weil die Luft rund um diesen Gürtel sich dadurch kräftig aufheizt, steigt diese Luftmasse auf (hatten wir oben schon, warme Luft ist leichter als kalte). Auf dem Weg nach oben kühlt sie ab und bildet Wolken, denn die Feuchtigkeit kann sich in kühler Luft nicht mehr als Gas halten und kondensiert. Wenn Luft nach oben steigt, also vom Boden weggenommen wird, dann entsteht dort ein Unterdruck, ein sogenanntes Tiefdruckgebiet. Der Luftdruck fällt unter die oben bereits erwähnten 1.013hPa. Tiefdruck und Wolkenbildung bzw. Niederschlag gehören also zusammen.

Diese aufsteigende Luft steigt bis zur sogenannten Tropopause, das ist die Grenze der Lufthülle, in der unser Wettergeschehen stattfindet. Nun steigt die Luft nicht mehr, sondern Sie fließt nach Norden bzw. nach Süden und kühlt dabei ab. Kühle Luft ist schwerer als warme, deshalb sinkt die Luft auf dem Weg nach Norden ab (nach Süden auch, konzentrieren wir uns aber auf die nördliche Seite des Äquators. Das Absinken der Luft geschieht um den 30. Breitengrad herum, den sogenannten Subtropen. Dort entsteht ein Gebiet hohen Luftdrucks, das nennen wir ein Hochdruckgebiet. Diese Hochdruckgebiete - Schönwetterzonen, denn dort lösen sich Wolken auf (siehe oben) - entstehen immer in den selben Breiten, z. B. den Azoren, 38° nördlicher Breite.

An den Polen, dem Nordpol beispielsweise, passiert ähnliches: Kalte Luft sinkt ab, es bildet sich ein arktisches Hoch. Weiter südlich, in Nordeuropa beispielsweise, ist die Wärmeeinstrahlung schon wieder deutlich größer, Luftmassen heizen sich auf und steigen; es entsteht eine Zone tiefen Luftdrucks. Da dies recht häufig in den Breiten Islands passiert, nennt man die Tiefdruckgebiete, die dort entstehen und die für unser Wetter in Mitteleuropa zuständig sind, Island-Tiefs. In diesen Tiefdruckgebieten bilden sich häufig Wolken mit Niederschlag, diesem verdanken wir die Tatsache, dass "Wassermangel" bei uns ein Fremdwort ist.

 

Windentstehung

Nun liegt es schon fast auf der Hand wie Wind entsteht: Wenn an einem Ort zu viele Luftteilchen sind (Hochdruckgebiet) und an einem anderen zu wenige (Tiefdruckgebiet), dann fließen diese Luftteilchen entlang des Erdbodens vom Hoch zum Tief. So entsteht beispielsweise eine Strömung, die wir Passatwind nennen: Luft aus dem Azorenhoch fließt zurück zum Äquator. Diese Strömung hält übers ganze Jahr hindurch an - mit Schwankungen natürlich - denn die Sonne scheint das gesamte Jahr auf den äquatorialen Gürtel.

Corioliskraft

Ganz so einfach ist die ganze Sache nicht, denn beteiligt ist noch eine Kraft, die durch die Drehung der Erde entsteht, die sogenannte Corioliskraft. Die Luftteilchen, die vom Hochdruckgebiet ins Tiefdruckgebiet strömen, werden nämlich durch diese Corioliskraft von Ihrer direkten Bahn abgelenkt. Das kann man sich vereinfacht an folgendem Beispiel vorstellen: Am Äquator sitzend drehen wir uns mit einer nicht ganz kleinen Geschwindigkeit rund um die Erdachse. Ein Punkt am Äquator legt in 24h einen Weg von etwa 40.000km zurück, denn die Erde dreht sich in dieser Zeit einmal um sich selbst (Äquatorlänge = 40.075km). Die Geschwindigkeit eines Körpers am Äquator beträgt aus diesem Grund etwa 1.670km/h. An den Polen besitzt ein Körper die Geschwindigkeit 0km/h,m denn dieser dreht sich ja im besten Fall in 24h einmal um sich selbst. Wandern wir also vom Äquator zum Nordpol, so wird während dieser Wanderung die Geschwindigkeit von 1.670km/h auf 0km/h zurückgehen. Wenn wir einen Ball vom Äquator nach Norden werfen, dann hat dieser Ball diese Geschwindigkeit und behält diese auch bei. Je weiter er nach Norden kommt, desto langsamer dreht sich die Erde unter ihm, die Folge ist dass er nach rechts abgelenkt wird und den Nordpol nie erreicht.

Das selbe passiert übrigens auch mit den Luftteilchen, die sich auf den Weg vom Zentrum des Hochs zum Zentrum des Tiefdruckgebiets machen: Sie werden auf der Nordhalbkugel ausgehend vom Zentrum des Hochs, im Uhrzeigersinn abgelenkt. Merke: Hochdruckgebiete drehen sich im, Tiefdruckgebiete entgegen dem Uhrzeigersinn; auf der Südhalbkugel ist das umgekehrt. Die Windrichtung kann also nicht genau vom Hoch ins Tief angenommen werden, sondern wenn man den Rücken im Wind hat, dann liegt das Hochdruckgebiet schräg rechts hinter dem Beobachter und das Tief links vor ihm. Je näher die beiden Gebiete unterschiedlichen Drucks beieinander liegen, desto größer ist der Druckunterschied auf kleiner Distanz und umso größer auch das Bestreben des Druckausgleichs. Die Folge davon ist eine Zunahme der Windgeschwindigkeit. Die Windrichtung wird natürlich auch durch örtliche Gegebenheiten beeinflusst wie z.B. Berge oder Gebirgsketten, auch örtliche Erwärmungen der Erdoberfläche, die Feuchtigkeit des Erdbodens usw. spielen eine entscheidende Rolle.

 

Wolkenbilder

An den Wolken kann man nicht nur die Zugrichtung und damit den Höhenwind erkennen. Ihr Erscheinungsbild ist oft typisch für bestimmte Wettersituationen, man kann an den Wolken auch den Zustand der Atmosphäre erkennen und die zu erwartenden Veränderungen - natürlich erkennt man auch wenn es stabil bleibt. Grundsätzlich sind die verschiedenen Wolken die es so gibt in drei Stockwerke eingeteilt, denn nicht alle Wolken kommen in jeder Höhe vor. Zudem kann man zwischen Wolken unterscheiden aus denen Niederschlag fällt und Wolken die einfach nur nett aussehen oder den Himmel trüben. Aus urheberrechtlichen Gründen verwende ich nur Bilder, die ich selbst geschossen habe oder die uneingeschränkt frei verwendet werden dürfen, leider habe ich noch zu wenig Material von tollen Wolkenaufnahmen. Ich bitte an dieser Stelle also noch ein wenig um Geduld.

 

Wetterlinks

Auch diese Liste ist nicht einfach zu erstellen oder zu pflegen, denn Wetterseiten gibt es endlos viele, richtig gute aber nur wenige. Die meisten nutzen die selben Datenquellen, deshalb unterscheiden sich viele auch nur durch ihr Design und weniger durch die Vorhersagequalität. Ja und dann gibt es noch deutsche, europäische und globale Wetterseiten ... also man merkt schon, das Thema ist recht komplex. Drum auch an dieser Stelle der Hinweis: Gut Ding will Weile, soll heißen, dass diese Liste noch im Entstehen ist. Dennoch hab ich schon einmal ein paar wertvolle Quellen im Angebot:

Deutschland

>> wetteronline.de - https://www.wetteronline.de/segelwetter
>> 14-tage-wetter.de - https://14-tage-wettervorhersage.de/wetter/sport/segelwetter
>> yacht.de - http://www.yacht.de/wetter.html

Europa

>> Schweiz - http://www.meteocentrale.ch/de/wetter/freizeitwetter/segelwetter.html
>> Schweiz - https://www.srf.ch/meteo/surf-und-segelwetter
>> Niederlande -  http://fryslan-sailor.com/praktische-infos/segelwetter-ijsselmeer-waddenzee-friesland

 Global

>> Windy.com - https://www.windy.com
>> Windfinder.de - https://www.windfinder.com

 

Download

Diese Info gibt es übrigens auch als Download: Einfach HIER klicken oder auch zu finden unter DOWNLOADS in der Navigationsleiste oben.